Ausnutzung der Identitäten durch die Stasi

Auch in der früheren DDR wurden die Schicksale der Lebensborn-Kinder nicht aufgearbeitet – ganz im Gegenteil. Vor allem die Stasi missbrauchte die Lebensgeschichten, indem Spione mit falscher Identität ausgestattet wurden: Sie wurden zu Doppelgängern der Lebensborn- Kinder. So nahmen sie deren Namen an, schleusten sich in die Familien im Ausland ein und bauten so ein gefälschtes Leben auf. Ziel war es, möglichst viele relevante militärische, technologische oder wirtschaftliche Informationen im Westen zu sammeln. Gleichzeitig gaben sie aber auch Informationen über das familiäre Umfeld  nach Ostdeutschland an die Stasi weiter. Die eigentlichen Lebensbon- Kinder in der DDR wurden währenddessen ebenfalls bespitzelt und überwacht. Einige mussten offiziell erklären, dass sie keinen Kontakt zu ihrer Familie im Herkunftsland aufnehmen würden. Gezielt wurden Briefe abgefangen, umgeleitet und vernichtet, sowie Suchanfragen boykotiert, um eine Zusammenführung der Familien zu verhindern. Damit wurden einige der vormals verschleppten Kinder erneut zu Opfern einer Diktatur.

 

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